Jugendkunstschultag Rheinland-Pfalz 2025 in der Kulturgießerei Saarburg
Am 30. Oktober trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Jugendkunstschulen Rheinland-Pfalz zum Thema „Zuschreibungen einordnen … wer wir sind, was wir tun und wo wir hinwollen“ in der Kulturgießerei Saarburg. Auch Vertreterinnen aus Jugendkunstschulen im Saarland nutzten die räumliche Nähe, um ebenfalls dabei zu sein – darunter die Freie Kunstschule Saarpfalz in Homburg und die Jugendkunstschule Kassiopeia in Völklingen.

Der Tag begann mit einer Begrüßung durch Margret Staal (Soziokultur & Kulturelle Bildung RLP e.V.) und Dr. Anette Barth, Geschäftsführerin der Kulturgießerei. Anschließend übernahm Nadja Höll (bjke) die Moderation. Der Graphic Recorder Tom Fiedler aus Koblenz dokumentierte den Tag visuell, so dass die zentralen Inhalte und Ergebnisse unmittelbar sichtbar wurden.
Mit einem künstlerischen Einstieg arbeiteten die Teilnehmenden zunächst mit Papier, Karton und Kreide an den Fragen: Wo kommen wir her? Wer sind wir? Wie sieht die Zukunft unserer Arbeit aus? Diese kreative Phase ermöglichte einen direkten, persönlichen Einstieg und bot die Gelegenheit, die eigenen Perspektiven sichtbar zu machen. Anschließend wurden die Ergebnisse verdichtet, und die drei zentralen Themenfelder für die Zukunft der Arbeit nachmittags im Plenum behandelt:
- Formate, Kooperationen, Zielgruppen
- Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen
- Lobbyarbeit und Finanzierung
Zusätzlich gab es einen Input der Jugendkunstschule Altenkirchen über eine neue Haltung in der Arbeit: „Arbeiten von der Zukunft her“ – frei nach dem künstlerischen Ansatz von Joseph Beuys. Auf die ursprünglich geplante Arbeit in Kleingruppen wurde dabei zugunsten einer gemeinsamen Diskussion verzichtet, sodass alle Perspektiven zusammengeführt werden konnten.

Die Diskussionen waren offen und reflektiert. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus, stellten Herausforderungen dar und entwickelten konkrete Ideen für die Weiterarbeit. Besonders deutlich wurde der Bedarf an weiterem Austausch, Vernetzung und gemeinsamer Arbeit.
Als ein konkretes Ergebnis des Tages wurde beschlossen, im kommenden Jahr einen Fachtag zu den bearbeiteten Themen durchzuführen. Außerdem soll das bereits bestehende monatliche digitale Austauschformat genutzt werden, um die Diskussionen kontinuierlich fortzuführen und eventuell durch fachliche Inputs zu vertiefen.
Zum Abschluss des Tages präsentierte Tom Fiedler sein Graphic Recording, das den gesamten Verlauf, zentrale Gedanken und Ergebnisse des Jugendkunstschultages in einer großen, anschaulichen Bildtafel zusammenfasste. Die Visualisierung bot einen lebendigen Rückblick und fasste die inhaltlichen Schwerpunkte des Tages auf eindrucksvolle Weise zusammen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, einzelne Aspekte zu diskutieren und sich über das entstandene Bild auszutauschen.
Der Jugendkunstschultag 2025 zeigte einmal mehr, wie wichtig Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Denken sind. Die Kulturgießerei Saarburg, die persönliche Begleitung durch das Gastgeberteam und das passende Wetter machten den Tag zu einer gelungenen Verbindung von inhaltlicher Arbeit und kollegialer Begegnung.

Die ehemalige Glockengießerei hat sich heute zu einem soziokulturellen Zentrum entwickelt, das künstlerische Bildung, kulturelle Veranstaltungen, offene Werkstätten und verschiedene andere Projekte unter einem Dach vereint. Sie beherbergt unter anderem eine Kinder-Jugend-Kunstschule, bietet Räume für Workshops, Proben und Ausstellungen und versteht sich als Begegnungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das Team der Kulturgießerei übernahm die Gastgeberrolle, bereitete die Räume vor, kümmerte sich um die Verpflegung und machte den Tag durch die persönliche Betreuung besonders einladend. In der Mittagspause führte Dr. Anette Barth die Teilnehmenden durch die verschiedenen Arbeitsbereiche der Einrichtung und durch das Museum, erläuterte die Angebote und die Nutzung der unterschiedlichen Räume. Das sonnige Herbstwetter ermöglichte, dass Teile der Arbeit auch draußen stattfinden konnten.
Berichte aus vorherigen Jugendkunstschultagen