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Historie

Jugendkunstschulen in Rheinland-Pfalz

Im Mai 2006 formulierte Kurt Beck in seiner Antrittsrede als neu gewählter Ministerpräsident, dass das Land Rheinland-Pfalz ein Programm zur Förderung von Jugendkunstschulen auf den Weg bringen will. Die Förderung der kulturellen Bildungsarbeit war und ist der Landesregierung bis heute ein wichtiges Anliegen und das Jugendkunstschulprogramm, getragen und finanziert vom rheinland-pfälzischen Kulturministerium, wurde hierbei zu einem zentralen Projekt. Unter Beratung der damaligen Geschäftsführerin des BJKE, Mechthild Eickhoff, wurden die Eckpunkte für das Programm  erstellt und der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik Rheinland-Pfalz (LAG) die fachlichen Overheadaufgaben im Herbst 2007 übertragen. Hierzu gehören u.a. die Sichtung aller Anträge und deren Bewertung sowie die Vorbereitung eines Vorschlags der Mittelverteilung für die Jury. Das erste Antragsverfahren lief im Winter 2007/2008 und im April 2008 konnten die ersten, immerhin über 30 Initiativen, Einrichtungen und Einzelkünstler*innen die Bewilligungen aus den Händen von Ministerin Doris Ahnen entgegennehmen. Die 2008 eingestellten 250.000 € wurden im Folgejahr bereits auf 300.000 € erhöht.

2018 wurde das Förderprogramm des Landes, das zunächst auf den Auf- und Ausbau von Jugendkunstschulen angelegt war, zehn Jahre alt. Inzwischen ist der Aufbau weitestgehend abgeschlossen. Das Programm hat in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Jugendkunstschularbeit in Rheinland-Pfalz etablieren konnte. Aktuell sind es etwas weniger als 30 Einrichtungen, die landesweit – in den Ballungszentren ebenso wie im ländlichen Raum – Kinder und Jugendliche für die verschiedenen Künste begeistern. Die Anforderungen an eine gelingende kulturelle Bildungsarbeit sind dabei gestiegen.  Ebenso der Finanzbedarf, gilt es doch, einerseits der Weiterentwicklung von Einrichtungen, die inzwischen ein breites Programmangebot unterhalten, Rechnung zu tragen, andererseits aber auch Newcomer*innen eine Förderung zu ermöglichen. 2019 wurden daraufhin die Mittel auf 350.000 € erhöht.

Zeitlich passend kürte zum 10-Jährigen Kulturminister Konrad Wolf im Rahmen einer Feierstunde erstmals Einrichtungen mit einem besonders überzeugenden Jugendkunstschulprofil. Diese können sich nun offiziell „Jugendkunstschule Rheinland-Pfalz“ nennen und unter dem Titel „Jugendkunstschule Rheinland-Pfalz – Mit Kunst in die Welt!“ und einem Logo des Landes für sich werben. Grundlage für die Auswahl der „Jugendkunstschulen Rheinland-Pfalz“ sind Qualitätskriterien, die von Landesseite in Kooperation mit Vertreter*innen der Jugendkunstschulen und der LAG über einen längeren Zeitraum diskutiert und entwickelt wurden, um Anforderungen an eine überzeugende und professionelle Jugendkunstschule deutlich zu machen. 12 Einrichtungen mit einem herausragenden Profil, die ganzjährige Angebote kultureller Bildung durchführen und als Einrichtung mit eigenen Räumen, einer professionellen Leitung und professionellen Referent*innen, einem öffentlichen Programm und einer Internetseite werben sowie einen eigenständigen strukturellen Rahmen haben, sind derzeit mit dabei. Hintergrund für die Entwicklung dieser Qualitätskriterien war eine Initiative, die von den beteiligten Einrichtungen und Künstler*innen gemeinsam mit der LAG angestoßen wurde. Das Bestreben war, mit Qualitätskriterien die qualitätsvolle Arbeit in den Einrichtungen zu unterstreichen und über ein solches Label auch eine Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Qualität der Einrichtungen zu ermöglichen. Das Siegel wird jedes Jahr verliehen, die Entscheidung darüber trifft die Jury, die auch über die neuen Projektanträge berät.
Die Möglichkeit einer Förderung ist dabei von dem Label unabhängig, so dass auch z.B. kleinere Einrichtungen  weiterhin die Chance haben, für einzelne Projekte oder etwa eine künstlerische Ferienfreizeit eine Förderung zu erhalten.